Zukunft des SC Riessersee kurz vor der Entscheidung

SCR-Porsche (Quelle: Christian Allinger/CC-Lizenz)

Der SC Riessersee kämpft um den Verbleib im halbwegs professionellen Eishockey. Nachdem der Vizemeister der DEL 2 den Wettlauf um die Lizenz zur Zweitklassigkeit verloren hat, geht es nun um die Teilnahme an der Oberliga Süd. Die Verantwortlichen hoffen jetzt mit einem harten Schnitt, zumindest drittklassig bleiben zu können.

Als der bisherige Gesellschafter des bayerischen Traditionsclubs, Udo Weisenburger, die Reißleine zog, waren noch alle überrascht. Gerade noch im Finale der DEL 2 gestanden, beste Aussichten durch eine Kooperation mit dem EHC Red Bull München gehabt, war der SCR auf einmal finanziell am Ende. Seitdem läuft die Zeit gegen den Verein. Die vermeintliche Wende, mithilfe eines Schuldenschnittes doch noch zweitklassig bleiben zu können, hat sich zerschlagen. Und selbst ein Start in der Oberliga wirkt offen. Ein Schicksal, ähnlich des EV Füssens droht, Riessersee wäre wieder ein mehrfacher Eishockey-Meister, der ganz unten anfangen soll.

Geschäftsführer soll Anteile abgeben

In einem Schreiben an die Sponsoren des Vereins wurde jedoch ein Vorschlag unterbreitet, der den Verein zumindest drittklassig halten kann. Das Papier liegt uns vor. Demnach ist ein „Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung“ geplant, „Udo Weisenburger tritt als Geschäftsführer zurück“ und der bisherige Geschäftsstellenleiter Stefan Endraß soll Geschäftsführer werden. So wolle man erreichen, dass der SCR am Ende des Prozesses schuldenfrei sei und Einnahmen nur für die neue Saison verwendet würden – „und nicht zur Bedienung von Altschulden.“ Dazu bittet der Verein die Sponsoren um ein weiteres Engagement. Die Frist für eine Zusage endete am 4.7.2018 um 12:00 Uhr.

Der Verein wird sich offenbar seines ehemaligen Gesellschafters entledigen. Udo Weisenburger hatte den Club einst gerettet, mit seiner Erklärung zu den finanziellen Nöten samt Schlammschlacht auf der Suche nach Verantwortlichen, die Eishockeyszene verwirrt. Der zehnfache deutsche Meister stand im Mittelpunkt einer echten Daily-Soap, Weisenburger seitdem in der Kritik.

In der Oberliga kein Aufstiegsrecht

Sollte diese Soap nun per eigengesteuerter Insolvenz in der dritten Liga ein Ende gesetzt werden, hat das allerdings einen Hasenfuß. Der Deutsche Eishockey Bund (DEB) hat zwar – laut SCR – signalisiert, dass die oben genannten Schritte durchaus die Option für eine Oberliga-Lizenz beinhalten würde. Aber: Sportlich stehen durch die Insolvenz Einschnitte an. Laut aktueller Durchführungsbestimmungen dürfte Riessersee nicht an der Meisterunde und den Play-offs um den Aufstieg teilnehmen, sondern müsste auf jeden Fall – unabhängig der Platzierung – am Ende in die Verzahnungsrunde mit den viertklassigen Bayernligisten. Und damit sollte klar sein: Egal wo Riessersee künftig spielen wird: Der Neuaufbau wird Zeit benötigen.

(Foto: Christian Allinger/CC-Lizenz)

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