Umfrage: Das DEL-Spiel der Dekade

Christoph Ullrich

Eure Stimme ist gefragt. Stimmt ab!

Welches Spiel war zwischen 2010 und 2020 Euer DEL-Spiel des Jahrzehnts? Auf Twitter, Facebook und Instagram habt Ihr Vorschläge gemacht, wir haben zusätzlich noch einmal unser Hirn durchforstet. Und hier sind sie: Elf Spiele, die würdig sind, Partie der Dekade zu werden. Jetzt seid Ihr am Zug: Am Ende des Textes könnt Ihr abstimmen und die DEL-Partie des Jahrzehnts wählen.

Vorschlag 1: Finale 2010, Spiel 3: Hannover Scorpions – Augsburger Panther 4:2

Ja, das war mal ein Finale in der DEL! An dessen Ende der heutige Oberligst aus Niedersachsens Hauptstadt die Meisterschaft holte. Was im Kern ein noch größeres Wunder war als die Augsburger Finalteilnahme. Die bayerischen Schwaben waren nach der Hauptrunde nur Achter. In den Play-offs schalteten sie Mannheim, Berlin und Wolfsburg aus. Das alleine war schon weit sensationeller als die CHL-Qualifikation in der Spielzeit 18/19.

Aber der Ritt der Hannoveraner war noch verrückter. Im November war der Verein de facto am Ende: Letzter Platz, kein Geld, schlechte Stimmung auf bestem Hans-Zach-Niveau. (Der ja auch Trainer in Hannover war!) Es folgten Verzicht auf Gehälter und ein plötzliches Aufbäumen. Nach der Hauptrunde waren die Scorpions 4. und profitieren in den Play-offs sogar davon, dass die Augsburger ein paar Top-Teams liquidierten. Über Nürnberg und Ingolstadt ging es für Hannover ins Finale, wo der AEV in drei Spielen glatt besiegt wurde. Bis heute eine Sensationsmeisterschaft – das entscheidende Finalspiel steht dafür stellvertretend. Und wer weiß, vielleicht erzählen wir Euch in diesem Jahr noch ein paar Details über die Meisterprämie. Zwinkersmiley.

Vorschlag 2: 2010/2011, 24. Spieltag: EHC München – Straubing Tigers 4:5 SO

„Hey, was geht ab? Wir schießen die ganzen Nacht!“ schalte es durch die Olympiahalle. Nach 60 Minuten hatte es zwischen München (damals noch ohne RB-Kohle) und Straubing 4:4 gestanden. Auch in der Overtime gab es keine Sieger. Was wiederum zu einem Penalty-Schießen führte, das bis heute Maßstäbe setzt.

Erst als der 42. Schütze für München vergab, war das Spiel beendet. Nummer 41 hatte getroffen, Sieg für Straubing. Es sollten bis heute nie mehr Schüsse benötigt werden, um einen Sieger zu ermitteln. Um 22:44 Uhr war der „Spaß“ vorbei. Ein DEL-Rekordspiel, das man auch gerne als Beleg gegen das Penalty-Schießen anführen kann. Oder gibt es etwas, das mehr nervt, als ein nicht endend wollendes Penalty-Schießen?

Vorschlag 3: 2011/2012, 10.Spieltag: Adler Mannheim – DEG Metro Stars 8:6

Ah, ein Spiel mit vielen Toren. Vom zehnten Spieltag. Wie außergewöhnlich im Eishockey. Gähn…. Aber halt! Trotzdem hat diese Partie vom 10. Spieltag der Saison 2010/11 etwas Besonderes. Auf gleich mehreren Ebenen. Da ist das Spiel selber. Bis 4:03 vor der Schlusssirene führte der Gast aus Düsseldorf mit 6:4. Das Ding war eigentlich gelaufen. Zumindest wäre zu dem Zeitpunkt niemand auf das bekannte Endergebnis gekommen. Aber mit dem Treffer von Marcus Kink begann ein Mannheimer Schlussspurt, der in einem 8:6 binnen Minuten endete.

Für die DEG war es ein Nackenschlag mit Signalwirkung. Der große Geldgeber Metro sollte am Ende der Spielzeit aussteigen, es war die letzte Chance für die Metro Stars, vielleicht doch noch mal einen Titel zu holen. Aber so wie dieses Spiel verloren wurde, endete am Ende diese DEG-Ära: Bemüht, aber erfolglos.

Vorschlag 4: Finale 2012, Spiel 4: Adler Mannheim – Eisbären Berlin 5:6 n.V.

Spiel 4 im Finale. Die Adler führen 14 Minuten vor dem Ende deutlich mit 5:2. Bleibt es dabei, wären die Mannheimer Meister und hätten den Serienmeister entthront. Aber Berlin war in diesen Tagen irgendwie immer noch das Maß aller DEL-Dinge.

Während Gerüchen zufolge das Meister-Merchandise schon feilgeboten worden sein soll, machten die Eisbären das, was sie damals halt so machten. Sie glichen im Maschinenmodus aus, holten sich in der Verlängerung den Sieg und damit den Serienausgleich. Ehrensache, dass die Eisbären das damals noch entscheindende Spiel 5 gewannen und die Mannheimer endgültig eine Menge T-Shirts, Kappen und Schals in den Schredder geben konnten.

Vorschlag 5: 2012/13, 24.Spieltag: Eisbären Berlin – Düsseldorfer EG 1:2 SO

Die DEG hatte in der Saison 2012/13 kein Geld. Der Großsponsor Metro war ausgestiegen, neue Geldgeber hatten noch nicht so wirklich Lust, die DEG zu unterstützen. Warum auch? In der Metro-Zeit ließ man keine Gelegenheit aus, lokale Firmen zu vergraulen. Es musste gespart werden. Und zwar deutlich. Am Ende stand ein eher mittelmäßiger DEL-2-Kader. Eine Mischung aus Altstars wie Tino Boos, Niki Mondt oder Daniel Kreutzer, weitgehend namenlosen Imports und jungen Profis, die für ein paar Hundert Euro in der DEL spielten.

Und da war noch Bobby Goepfert. Das Düsseldorfer Publikum lag dem Torwart zu Füßen. Der US-Amerikaner war einer der Baumeister „des geilsten Letzten aller Zeiten“, so wie man in Düsseldorf den Absturz verkaufte. Sein größtes Spiel lieferte er in Berlin. In der Hauptstadt parierte er 77 Schüsse, soviel wie noch keiner in einem DEL-Hauptrundenspiel. Die DEG konnte sich sogar noch den Sieg im Penaltyschießen ergaunern. Absurd!

Vorschlag 6: Wintergame 2013: Nürnberg Ice Tigers – Eisbären Berlin 4:3 n.V.

Ein Meilenstein für die Liga. Nicht aus sportlichen Gründen. Das Spiel hatte kein besonders hohes Niveau, das ließ der Regen nicht zu. Regen? Ja genau! Wir reden über das erste DEL-Wintergame. Aus Nordamerika bekannt, in Deutschland noch ein schwieriges Unterfangen. Galt doch das finanzielle Risiko als zu hoch. Doch der Nürnberger Hauptsponsor Thomas Sabo traute sich.

Ins Nürnberger Fußballstadion kamen rund 50.000 Zuschauer, die Ice Tigers schlugen die Berliner und es wurde kein finanzieller Verlust. Entsprechend trauten sich nach dem Nürnberger Auftakt auch andere Standorte an ein Stadionspiel: In Düsseldorf, Sinsheim und in Köln wurden die Fußballstadien zu Eishockeyarenen. Ohne die Premiere wäre das nicht denkbar gewesen.

Vorschlag 7: Finale 2014, Spiel 7: Kölner Haie – ERC Ingolstadt 0:2

Eine Premiere mit einem überraschenden Sieger. Erstmals ging ein DEL-Finale über sieben Spiele. Ingolstadt war eigentlich klarer Außenseiter. Der ERC hatte sich noch so gerade in die Play-offs gemogelt, noch im Januar gab es Berichte über eine völlig zerrüttete Ingolstädter Mannschaft, die zeitweise ganz unten in der Tabelle rumkrebste.

Aber in den Play-offs kam die im Kern nicht so schlecht besetzte Mannschaft doch noch in Schwung. Nachdem in den Pre-Play-offs die schwächelnden Berliner ausgeschaltet wurden, setzte es Seriensiege gegen Krefeld und Hamburg, immerhin Nummer 2 und 1 nach der Hauprunde. Die Kölner freuten sich schon auf Meistertitel Nummer 9, als sie ins Finale gegen den ERC mussten. Aber daraus wurde nichts, die Haie konnten sich sogar nur mit Mühe, Not und Eishockey-Rentner Mirko Lüdemann ins siebte Spiel retten. Vor heimischer Kulisse setzte es aber ein 0:2: Ingolstadt war erstmals Meister, als Neunter nach der Hauprunde! Ein historischer Sieg für die Bayern, ein Trauma für den KEC.

Vorschlag 8: 2016/17, 23. Spieltag: Nürnberg Ice Tiges – RB München 6:5 n.V.

Was viele irgendwie vergessen haben: Es ist noch nicht so lange her, da sahen Experten Nürnberg und München als Rivalen um die Meisterschaft. Frankens größte Stadt gegen Bayerns Nummer 1 – das versprach schon geographisch viel. Aber auch sportlich steigerte sich die Rivalität von Spielzeit zu Spielzeit. Symbolisch dafür ist dieses Spiel.

Nachdem die Münchener in der 37. Minute das 5:1 erzielten, wurde es Nürnbergs Torwart Jochen Reimer zu bunt. Münchens Spieler beglückwünschten sich noch über die scheinbare Entscheidung, da flog Reimer in die Jubeltraube rein und zettelte eine Auseinandersetzung an. Was folgte, war eine legendäre Aufholjagd. Nürnberg kam tatsächlich zurück und gewann sogar noch in der Verlängerung mit 6:5. Der Hashtag #flyingReimer war geboren.

Vorschlag 9: Halbfinale 2018, Spiel 1: RB München – Adler Mannheim 4:2

Machen wir es kurz. Irgendwie gehört dieses Spiel, oder sagen wir, dieser Check dazu. Aber schaut selbst, wenn Ihr Euch nicht mehr erinneren könnt oder – verständlicherweise – wollt:

Vorschlag 10: Finale 2018, Spiel 5: RB München – Eisbären Berlin 5:6 n.V

Das zweite Mal in der DEL-Historie sollte eine Final-Serie über sieben Spiele gehen. Donnerstagabend, begeisterte 160.000 Pay-TV-Zuschauer – das waren die Zutaten für ein Spiel 7, das die Münchener erneut zum Meister machen sollte. Dass es allerdings zu diesem – und jetzt mal ohne Ironie – Quotendesaster kam, hatten sich die Münchener selber zuzuschreiben.

Oder genauer gesagt Brooks Macek. In der Verlängerung von Spiel 5 musste der Münchener Stürmer den Puck einfach nur noch zur Meisterschaft ins leere Tor schieben. Er verfehlte jedoch den Puck. Berlin traf unmittelbar danach, gewann die Partie und auch das folgende Spiel 6. Es folgte ein „episches“ (kleiner Scherz) Finale, dass abzüglich der 160.000 Fernsehzuschauer rund 82 Millionen Menschen nicht verfolgten.

Vorschlag 11: 2018/19, 45.Spieltag: Grizzlys Wolfsburg – ERC Ingolstadt 5:7

Warum dieses Spiel? Wegen des Ergebnisses? Weil die Wolfsburger Saison – im Jahr 1 nach Pavel Gross – in diesem Moment einfach nur endgültig den Bach runter ging? Nö! Es steht wegen eines Tores auf der Liste, das wahrscheinlich einmalig bleiben wird. Es sei denn, im Baseball werden Tore eingeführt. Aber damit ist nicht zu rechnen:

Und jetzt seid Ihr dran. Stimmt bis Montag, 27.01.2020, 20:00 Uhr ab – was ist Euer DEL-Spiel von 2010 bis 2020?

DEL-Spiel der Dekade Ended

  • Finale 2010, Spiel 3: Hannover Scorpions - Augsburger Panther 4:2
    1% 25 / 1.2k
  • 2010/2011, 24. Spieltag: EHC München - Straubing Tigers 4:5 SO
    1% 18 / 1.2k
  • 2011/2012, 10.Spieltag: Adler Mannheim - DEG Metro Stars 8:6
    4% 62 / 1.2k
  • Finale 2012, Spiel 4: Adler Mannheim - Eisbären Berlin 5:6 n.V.
    44% 568 / 1.2k
  • 2012/13, 24.Spieltag: Eisbären Berlin - Düsseldorfer EG 1:2 SO
    3% 41 / 1.2k
  • Wintergame 2013: Nürnberg Ice Tigers - Eisbären Berlin 4:3 n.V.
    1% 17 / 1.2k
  • Finale 2014, Spiel 7: Kölner Haie - ERC Ingolstadt 0:2
    14% 181 / 1.2k
  • 16/17, 23. Spieltag: Nürnberg Ice Tiges - RB München 6:5 n.V.
    26% 336 / 1.2k
  • Halbfinale 2018, Spiel 1: RB München - Adler Mannheim 4:2
    0% 6 / 1.2k
  • Finale 2018, Spiel 5: RB München - Eisbären Berlin 5:6 n.V
    1% 18 / 1.2k
  • 2018/19, 45.Spieltag: Grizzlys Wolfsburg - ERC Ingolstadt 5:7
    1% 15 / 1.2k