„Armutszeugnis“: Stefan Ustorf kritisiert Sperren in der DEL

Die Debatte um den Umgang mit harten Checks in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) geht in eine neue Runde. Der langjährige Kapitän und heutige Funktionär der Eisbären Berlin, Stefan Ustorf, übt deutliche Kritik an dem Disziplinarausschuss der Liga.

Den offiziellen Podcast der Berliner Eisbären hören in der Regel nur um die 200 Menschen. Die, die es dieses Mal getan haben, sollten mit den Ohren geschlackert haben. Nach 48 Minuten wird Ustorf, inzwischen Chef der Berliner Entwicklungsabteilung, deutlich. „Der Disziplinarausschuss in unserer Liga hat nicht begriffen, was seine Aufgabe ist.“ Für Ustorf sei dies, die Spieler vor harten Checks und Verletzungen zu schützen. Es sei „ein Armutszeugnis, dass bei allem was in dieser Spielzeit bisher passiert ist, es erst zu einer Sperre gekommen ist.“

Praxis des „Einreichens“ ebenfalls unsinnig

Am Montag war Marko Friedrich für seinen Check im Spiel gegen Nürnberg für ein Spiel gesperrt worden. Die Kritik kommt für das Gremium um den ehemaligen Spieler Tino Boos aus einer unangenehmen Ecke. Ustorf selber musste wegen zahlreicher Gehirnerschütterungen im Jahr 2012 seine Karriere beenden. Auch die Praxis, dass Vereine Checks nachträglich zur Beobachtung bei der Liga einreichen können, nannte Ustorf „Schwachsinn“. Eine seine ersten Situationen als Funktionär sei eine Situation mit Larry Mitchell in Augsburg gewesen. Dieser habe ihm gesagt, er reiche eine Situation eines Eisbärenspielers nicht ein, wenn Berlin wiederum darauf verzichten würde, einen anderen Check ihrerseits einzureichen.

Eine derart deutliche Unmutsbekundung eines Funktionärs ist in der DEL unüblich. Die Vereine hatten sich ursprünglich darauf verständigt, keine öffentliche Kritik an Abläufen zu äußern. 2016 musste Pavel Gross, der damalige Trainer der Grizzlys Wolfsburg, eine Geldstrafe zahlen, weil er das Statistikangebot der Liga öffentlich kritisiert hatte.

 

(Foto: Christian Baumeier/Hauptstadteishockey)

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