Stagnierender Saisonstart auf Wohlfühl-Niveau

Die Maskottchen beim DEL-Media-Day 2018 nebeneinander
(Copyright: DEL Photosharing)

Die 25. Spielzeit der DEL ist gestartet, die erste wirkliche nach dem Olympia-Silber vom Frühjahr. Die Stimmung ist gut, hier und da wird von einem Boom gesprochen. Doch ist das so? Wir schauen auf erste Zahlen.

Starten wir mit dem einem tatsächlichen Boom: Bei den ganz Kleinen Spielern gibt es einen deutlichen Zuwachs an Nachwuchsspielern. Rund 15 Prozent mehr Neuanmeldungen verzeichnen die DEB-Vereine im. Manch ein Elternteil ist sicher froh um die Fußballalternative. (Das böse Erwachen kommt dann bei den Kosten für Ausrüstung und weite Reisen) Sicher ist auch: Der DEB und die DEL haben eine größere Lobby in der Öffentlichkeit.

Die Lobby ist besser geworden

Sowas wie in Unna hätte es bis zum Februar nicht gegeben. Da ist das Ende der Eishalle politisch längst beschlossen gewesen, und trotzdem deutet sich eine Wende an. Man schaut jetzt nach Fördergeldern, um die Halle zu sanieren. Diese Mühe hätte sich die Kommunalpolitik bis zum vergangenen Jahr nicht gemacht. (Die Anträge sind nämlich nicht so ganz unkompliziert.) Und im WDR verspricht die zuständige NRW-Staatssekretärin für Sport, in dem bevölkerunksreichsten Bundesland werde bald eine „namhafte Summe, auch für Eishallen“ vorhanden sein.

Man könnte meinen, alles sei gut, die Stadien wären voll wie nie. Aber die Realität sieht zum heiß ersehnten Saisonstart (noch) anders aus. Im Vergleich zu den beiden Vorjahren ist der Zuschauerschnitt an den ersten beiden Spieltagen niedriger. Kamen vor zwei Jahren im Schnitt noch 6.269 Zuschauer in die Hallen, waren es 2017/18 noch 6.003 .* In diesem, vermeintlichen Boomjahr waren es noch einmal weniger –  bisher 5.854.

Deutlich weniger Zuschauer an den DEL-Startwochenenden

Das ist bei 28 Partien merklich weniger, aber auch nur ein Fingerzeig, dass die Leute einem nicht die Bude einrennen. Hätte es größere Derbys gegeben (wir reden hier nicht über München gegen Straubing), hätte die DEG ein Heimspiel mehr gehabt und damit keine drei Auswärtsspiele, sehe die Welt sicher anders aus. Außerdem musste der KEV einen „Abendkassenzuschlag“ einführen, da erstaunliche viele Zuschauer spontan kommen, was man aus den Vorjahren so nicht kannte. Aber einen tatsächlichen Boom, den gibt es nicht wirklich.

Insofern heißt es  noch abwarten, wie stark sich die öffentliche Wahrnehmung über das deutsche Eishockey verändert hat. Wir wissen aktuell lediglich: Zum Saisonstart hat es keinen Ansturm auf die Stadien gegeben, die heimliche Traumvorstellung des ein oder anderen ist nicht eingetroffen. Das wirkliche Interesse wird sich eher traditionell im Winter zeigen, wenn der Fußball pausiert und die Hallen voller werden. Solange bleibt die DEL auf einem – sagen wir es wohlwollend – konstantem Niveau. Mit einer positiven Grundstimmung, anders als in so vielen Vorjahren. Siehe oben.

*Quelle: Eishockeypedia.de

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