Vom Schuldner zum Investor – “Rettet” Ponomarev den KEV?

Mikhail Ponomarev hat viel verbrannte Erde hinterlassen. Zumindest bei der Düsseldorfer EG. Seine Zeit als Gesellschafter führte den Verein in die CHL und fast in die Pleite. Sein Einstieg beim KEV wäre daher mehr Verzweiflungstat als Rettung.

Den Krefeld Pinguinen geht es nicht besonders. Eine unklare finanzielle Zukunft, da mit Wolfgang Schulz der Geldgeber sein Engagement durchaus endlich sieht und ein Hallenvertrag, der durchaus knebelt, wirken wie Mahlsteine um den Hals. Sportlich ist so nichts zu reißen. Und so siecht der Standort vor sich hin, die Lizenzgeier kreisen schon (im Löwengewand) über dem Verein. Gerüchte gibt es viele – Hoffnung wie Untergangsszenarien wechseln sich ab.

Jetzt ist ein neues auf dem Markt, das Luft für beide Möglichkeiten gibt: Der ehemalige DEG-”Investor” Mikhail Ponomarev könnte – laut Rheinischer Post – bei den Pinguinen einsteigen. Für diejenigen, die nur den Präsidenten des KFC Uerdingen in ihm sehen, der den Club gerade in die Dritte Fußball-Liga geführt hat (natürlich nicht ohne Drama), halten ihn für einen potentiellen Retter. Diejenigen, die Ponomarevs Ausstieg bei der DEG noch vor Augen haben, sehen eher das schnelle Ende des KEV kommen.

Offene Logenrechnungen in Krefeld

Zu der zweiten Gruppe müsste eigentlich der Autor des RP-Artikels gehören, der als Berichterstatter dabei war (wenn auch in seltsamer Rolle) als die DEG beinahe wegen fehlender Ponomarev-Gelder und geduldeter Managementfehler beinahe implodierte. Seitdem sollte gesunde Skepsis beim Namen Ponomarev angebracht sein – unabhängig aller Entwicklungen beim KFC Uerdingen.

Vor allem beim Vereinsnachbar KEV. Auch der spielte 2016 eine Rolle, als der Wirbel um Ponomarev drohte, die DEG zu versenken. Wenn er mit dem Verein unterwegs war, wurden gerne mal Logen gemietet. So auch bei den DEG-Gastspielen in Krefeld im November und Dezember 2015. Die Logen wurden zunächst nicht gezahlt, der KEV musste ein Mahnverfahren in Gang setzen, bestätigten anonyme Quellen aus dem Verein. Die damalige Zahlungsmoral ist den Krefeldern also bekannt, ob das Geld inzwischen bezahlt wurde, ist nicht bekannt.

Nur ein Gespräch unter Vereinsnachbarn?

Bekannt ist allerdings, dass man seitdem versucht, miteinander zu sprechen. Bereits damals war nämlich Ponomarevs Engagement beim KFC absehbar. Seit 2016 soll dieses Treffen aber nicht zustande gekommen sein. Entsprechend könnte es sich bei dem von der RP genannten Treffen zwischen KEV-Geldgeber Schulz und Ponomarev schlicht um ein reines Beschnuppern gehandelt haben, ein Date zwischen den beiden wichtigsten Faktoren im Krefelder Profisport. Das wäre legitim, nichts, was man in einem langen Artikel überhöhen müsste und weit Weg von einem Einstieg als Investor. Wäre Ponomarev jedoch eine Option als Gesellschafter, wäre das ein überraschender Wandel. Es wäre der Weg vom Schuldner zum Geldgeber. Eine durchaus interessante Entwicklung – denn anders, als es im Text der Rheinischen Post heißt, sind Erfolg und vor allem Geld eben nicht immer dort, wo Ponomarev ist.

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  1. Der KEV in der Ponomarev-Falle – Shorthanded News

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