Auch ohne Zuckerwatte: Warum eigentlich Träume nicht erfüllen?

Kai Pietzka

Kürzlich erschienen im Blog der Sportstadt Düsseldorf ein paar Gedanken, wie sich DEG-Heimspiele attraktiver gestalten ließen. Es ging um das „Drumherum“ – Grill, Karussells und Zuckerwatte vor dem ISS Dome. Obwohl diese Gedanken im Endeffekt nur als Träumereien  deklariert wurden, sollte man sie vielleicht doch einmal aufgreifen und durchaus erfüllbare Möglichkeiten ins Spiel bringen.

Nun bin ich weit davon entfernt mir eine Kirmes auf dem Vorplatz des „Ufos“ zu wünschen, aber beginnen wir doch einfach mal mit der Verbesserung der Innengestaltung. Mit vergleichsweise geringem Aufwand könnte sich die DEG im Umlauf mehr als „Hausherr“ präsentieren: großformatige Wandbilder von Spielszenen, legendären Kufenstars, Meisterfeiern, Infotafeln zur Vereinshistorie und so weiter sorgen für das echte rot-gelbe Zuhause. Hier kann mehr passieren – es wirkt schon etwas merkwürdig, dass bis vor Kurzem (oder vielleicht sogar immer noch?) ein Werbeplakat im Umlauf des Oberranges hing, welches mit dem Logo der Metro Stars versehen war.

Auch StreetArt wie Graffitis mit Bezug zu unserem Lieblingssport sind eine denkbare Variante. Das Potential ist vorhanden, die meisten werden die zahlreichen bunt gestalteten Hauswände in Düsseldorf kennen. Ich spreche hier natürlich nicht davon, den Umlauf wild zu besprühen – ähnlich wie bei den zuerst genannten Wandbildern könnte man dies auf entsprechend großen Leinwänden verwirklichen, die im Bedarfsfall kurzzeitig abgehängt werden können (sollte die Abwicklung einer anderweitigen Veranstaltung dies erfordern). Diese gestalterischen Elemente und eventuell die Erhöhung der Anzahl an Stehtischen würde die Aufenthaltsqualität vor und nach dem Spiel sowie in den Drittelpausen schon erheblich steigern.

„Fankneipe“ mit Potential

Unwirtliches Umfeld

Richten wir unser Augenmerk nun auf das Bistro, was optisch schon weiter fortgeschritten ist, die DEG ist hier durchaus mit ein paar Devotionalien vertreten, ebenso existiert hier bereits ein großes, sportbezogenes Bild – allerdings stellt sich hier die  nicht ganz unberechtigte Frage, ob im Dome jemals ein Speedway Rennen stattgefunden hat. Mannschaftsfotos der Nachwuchsteams und der DEG-Frauen gehören an die Wände, Wimpel/Schals der Gastvereine und auch die Fanclubs könnten sich hier mit diversen Dingen dieser Art präsentieren.

Stichwort Vorplatz und Bistro: Einen Getränkeausschank hat es hier bereits ein paar mal gegeben. Eine Neuauflage, zumindest zur wärmeren Jahreszeit, eventuell mit Grill erscheint mir durchaus reizvoll. Das ganze erweitert mit ein paar Bierbänken und Stehtischen, vielleicht eine Zelt- oder Schirmüberdachung, fertig ist der Fan-Biergarten.

Mehr zum ProBieren

Auch das Thema Catering soll hier nicht unerwähnt bleiben, wobei ich mich nicht näher mit der festen Nahrung befassen will, hier scheiden sich immer wieder die Geister. Meiner Meinung nach ist das Angebot nicht top, aber um sich bei einem Eishockeyspiel mal eine Frika, Bratwurst oder Nudeln zu gönnen durchaus ausreichend. Mich beschäftigt, aus reinem Eigeninteresse, eher das Thema Gerstensaft. Die Ausschankrechte im Dome liegen bei der Radeberger Gruppe, Tochterunternehmen eines relativ bekannten Bielefelder Herstellers für Backmischungen. Eben diese Gruppe gilt in Deutschland als Marktführer im Braugewerbe, es besteht ein breites Spektrum verschiedenster Marken, unter anderem natürlich Schlösser Alt, das seit inzwischen über 15 Jahren nicht mehr in Düsseldorf, sondern in Dortmund gebraut wird.

Warum nutzt dieser Konzern eigentlich nicht seine Ausschankrechte, um mehr Biere aus seinem Portfolio zu bewerben und an den Mann und die Frau zu bringen? Wir sprechen hier nicht davon an jedem Bierstand 5 verschiedene Sorten vom Hahn vorrätig zu halten, aber punktuell hier mal ein Stand der auch ein Helles oder Weissbier anbietet, dort mal ein Ausschank mit zum Beispiel Schwarzbier, Ale oder ähnliches. Die Möglichkeiten sind vielfältig. Dass Radeberger diese durchaus zu nutzen weiß, zeigt der Move von Jever zu Brinkhoffs und auch bei Gastspielen der Haie gab es hinter dem Gästeblock schon einen extra Gilden-Stand. Diese Form der Gastfreundschaft dürfte übrigens Ihresgleichen suchen.

Zwei positive Beispiele, auch wenn eines inzwischen nicht mehr DEL-Standort ist: Bei den Hamburg Freezers wurde die Variante mit mehreren Bieren an verschiedenen Theken praktiziert und auch ein paar Kilometer rheinaufwärts im beschaulichen Deutz, wo man sich erfahrungsgemäß mit dem Blick über den Rand des Kölschglases etwas schwerer tut, existieren diverse Bars mit Pils, Weissbier und sogar einem spanischen Gebräu.

Machbar, wenn man nur will…

Nur ein paar der Träume, wie sie nicht wenige DEG-Fans haben und die durchaus umsetzbar sind. Nicht mit der Brechstange von Heute auf Morgen, aber Stück für Stück. Es sollte im Sinne eines Caterers sein, dass sich die Kundschaft wohlfühlt und dementsprechend den Umsatz ankurbelt und es sollte im Sinne der DEG sein, dass die Fans den Dome noch mehr als ihre Heimat anerkennen können. Denn, ohne jetzt wieder die leidige Früher-war-alles-besser-Diskussion anzetteln zu wollen, die Spielstätte liegt nun an der Theodorstraße und sie ist keine schlechte, aber mit Luft nach oben.

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