„Hunde-Scheiße“ in der Mixed-Zone

Photo: GEPA pictures/ City-Press

Wenn Sportprofis, besonders im Fußball, nach den Partien Interviews geben, sind das nicht selten Anhäufungen diverser Worthülsen. Dem Eishockey sagt man zwar nach, dass die Spieler dort nicht ganz so aalglatt antworten. Aber selbst für den Kufensport ist das folgende Interview mit Calle Ridderwall von der Düsseldorfer EG bemerkenswert.

Ridderwall läuft seit Wochen seiner Form hinterher. Seine Reihe, in der er hauptsächlich mit Sturmpartner Ken-André Olimb spielt, funktioniert nicht so wirklich. Ridderwall selber hat in 39 Spielen erst fünf Tore erzielt, insgesamt kommt der beste DEL-Scorer der Spielzeit 2012/13 bisher nur auf 22 Punkte. Vor allem die letzten Wochen liefen nicht rund. Unmittelbar nach der 2:3 Verlängerungsniederlage gegen Straubing (17.01.2019) platzte dem Schweden angesichts seiner eigenen Leistungen der Kragen. Selten war Selbstkritik so deutlich. Wir haben für Euch das ganze Interview noch einmal verschriftlicht:

Reporter: „Calle, was war das Problem heute gegen Straubing?“

Ridderwall: „Um ehrlich zu sein, keine Ahnung. Wir hatten einen schlechten Start um nicht zu sagen einen verfickten Scheißstart. Wir treffen einfach nicht!“

Reporter: „Deine Reihe punktet nicht, seit ein paar Wochen. Kannst Du Dir das erklären?“

Ridderwall: „Nein. Das Niveau ist scheiße, wir spielen scheiße, die Ergebnisse sind scheiße. Wenn das nicht besser wird, sehe ich nicht, dass meine Karriere über die Saison hinaus gehen wird. Für mich ist die restliche Saison eine Bewährungsprobe. 13 Spiele noch und die Play-offs. Wenn es da nicht besser wird, ist meine Scheiß-Karriere vorbei. So einfach ist es! Ich bin nicht mit meiner ganzen Familie hierher gekommen, um so zu spielen. Das muss besser werden oder das war’s!“

Reporter: „Du hattest heute gegen Straubing einige Möglichkeiten, also vier Chancen.“

Ridderwall: „Chancen sind unwichtig, Ergebnisse zählen!“

Reporter: „Ist es ein Problem, dass in deiner Reihe der Spieler neben Dir und Ken-André Olimb sehr häufig gewechselt werden musste?“

Ridderwall: „Ach, wir müssen es einfach besser machen. Egal, wer der dritte Spieler ist. Das kann keine Ausrede sein. Ich habe einfach keine Antwort, woran es liegt. Wenn ich die hätte, hätte ich die Dinge ja schon längst geändert. Wir probieren Sachen, wir reden – es funktioniert einfach nichts.“

Reporter: „Von den letzten sechs Heimspielen habt Ihr fünf verloren. Ist es ein Problem, hier in Düsseldorf zu spielen?“

Ridderwall: „Ne, das ist kein Problem. Wir müssen einfach besser spielen. Wir haben eine Linie, die funktioniert. Dann haben wir drei gleich starke Reihen dahinter. Es ist aber sehr schwer, wenn es keine zweite Reihe gibt, die zuverlässig punktet. Wie ich sagte: Unsere Reihe ist schlecht. Wir spielen absolute Hunde-Scheiße. Das ist ein peinliches Niveau. Ich sage es noch einmal: Die 13 Spiele und die Play-offs müssen besser werden oder das war es! Für meine Karriere heißt es ab jetzt Friss oder Stirb. Ich kann mit meiner Leistung aktuell nicht leben.“

Reporter [erstaunt]: Bist Du jetzt gerade einfach nur sauer? Oder beendest Du wirklich die Karriere, wenn es nicht besser wird?

Ridderwall: „Nein, natürlich nicht. Aber ich sage lediglich, dass ich ein Mindestlevel habe, das ich von mir erwarte. Ich bin nicht hierhergekommen, um ein Jahr meines Lebens zu zerstören, sondern um gutes Eishockey zu spielen. Wenn ich das nicht schaffe, habe ich im Eishockey keine Zukunft. So einfach ist das. Ich will damit einfach nur die Situation erklären. Es sind noch 13 Spiele und aktuell stehe ich hier. Ich erwarte eine Verbesserung. Ich kann für dieses Eishockey nicht stehen. Es ist einfach nur Scheiße. Es ist Müll. Ich will einfach nur erklären, wie ich es gerade sehe.“

Deutliche, frustrierte Worte des Stürmers vom aktuellen Dritten der DEL-Tabelle. Wer sich das Interview im Original anhören will, hier die Aufnahme:

Calle Ridderwalls deutliche Worte gegen Calle Ridderwall

1 Kommentar

  1. Hut ab vor dem für heute angekündigten Tor von Calle (ich habe ja heute im Stadion einen Kommentar angekündigt, wenn CR trifft). Da das augenscheinlich hilft, sollte Bernd jetzt Olimb interviewen.

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