Droht der Oberliga-Nord ein Sommertheater?

Die Oberliga-Nord hat sich zu einer sportlich interessanten Liga gemausert. Aber unter der Decke rumort es. Spielmodus, Tilburg und die Zukunft des ein oder anderen Clubs beschäftigen die Vereine. Es droht ein neues Sommertheater.

Die Meldung verbreitete sich rasch: Die Erfurter Black Dragons posteten auf ihrer Facebookseite, dass es in der kommenden Spielzeit eine Doppelrunde geben würde. Also statt einer Haupt- und sinnfreien Hoffnungsrunde, ohne tatsächlichen Absteiger, sollen die 14 Clubs nun allesamt vier Mal gegeneinander spielen – wie in der DEL und DEL 2 kämen auch die Vereine in der Oberliga Nord auf 52 Spiele, statt wie bisher 44.

Was nach einer offiziellen Lösung aussah, ist nur das Ergebnis eines informellen Austauschs gewesen. Darauf zumindest machte rasch der Herner EV aufmerksam, der auf seiner Homepage klarstellte: noch sei nichts beschlossen. In der Wedemark habe es ein informelles Treffen der Oberliga Nord Verantwortlichen gegeben, “als gemeinsamer Meinungsaustausch. Entsprechende Beschlüsse können allerdings erst zusammen mit dem DEB gefasst und dann entsprechend veröffentlicht werden.”, heißt es aus Herne.

Was wird aus den Tilburg Trappers?

Kein Widerspruch, aber ein Hinweis, dass dieser Modus noch längst nicht beschlossen ist. Nur eins scheint klar: Bei den Vereinen scheint er der Favorit zu sein. Zumindest hört man das von dem ein oder anderen Teilnehmer. Die Frage ist nur, wie viele Clubs am Ende vier mal gegeneinander spielen?

Geht es nach dem ein oder anderen Vereinsvertreter, würde nämlich ein Ausscheiden der Tilburg Trappers nicht stören. Die Niederländer – zum dritten Mal in Folge deutscher Oberligameister – führen zu einem Dilemma. Sie dominieren mit ihrer “Nationalmannschaft” aus dem Nachbarland die Liga samt Play-offs, können aber nicht aufsteigen in die DEL 2. Dort sträuben sich die Verantwortlichen noch davor, Regeln im Umgang mit Tilburg zu finden. Solange es kein Bekenntnis “von oben” gibt, steckt Tilburg in der Oberliga fest.

Geht überraschend noch ein Club baden?

Zum Ärger des ein oder anderen Clubs. Es ist kein Geheimnis, dass zum Beispiel Vertreter aus Essen nicht glücklich mit der derzeitigen Lösung sind. Auf dem Ligentreffen muss es kontrovers zugegangen sein. Teilnehmer berichten hinter vorgehaltener Hand von deutlicher Kritik an den Niederländern. Das Stimmungsbild zu den Trappers, es ist längst nicht mehr einheitlich, wenn es das je war.

Zumindest kocht das Thema nach und nach immer heißer: Solange die DEL 2, aber auch die DEL den Sprung nach oben nicht endgültig klären, wird das Thema Tilburg die Oberliga beschäftigen, absehbar vielleicht stark polarisieren. Vielleicht schon über diesen Sommer, sollte sich zum Beispiel ein Verein aus der Liga zurückziehen, mit dem keiner rechnet. Gerüchte gibt es aktuell viele, Fakten kaum. Nur: sollte die Oberliga Nord mit Tilburg 13 Teilnehmer umfassen, wird es spannend werden, wie Liga und Verband mit den Niederländern umgehen. Denn klar ist eins: Eine ungerade Zahl an Clubs ist immer unglücklich. Nicht, dass Tilburg zum Streichkandidaten wird – trotz zahlreicher Befürworter. Die Gefahr für ein erneutes Sommertheater in Deutschlands dritter Eishockeyklasse – sie besteht. Mehr, als aktuell so manch einer glauben mag.

Mehr zum Thema in unserem Podcast aus Tilburg:

2 thoughts on “Droht der Oberliga-Nord ein Sommertheater?

  1. Wenn Tilburg nicht aufsteigen darf und am nächsten Saison wieder Meister wird, würde ich sagen das die Mannschaft mit den meisten Punkten gegen Trappers, promovieren darf!
    Im letzten Saison würde das die Moskitos sein!

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