CHL: Come on for more Cinderalla

Vincent Kruchen

In der hat die DEL zur kommenden Saison einen vierten Startplatz.

Das Achtelfinale der CHL ist seit vergangener Woche Geschichte. Aus deutscher Sicht war die Ausgangssituation für ein erfolgreiches Bestehen der „Round of 16“ nach den Hinspielen durch einen glücklichen Sieg Münchens in Minsk, einer knappen Niederlage Mannheims in Hradec Kralove und eines unglücklichen Remis von Augsburg zu Hause gegen Biel durchaus gegeben. Da aber nur der EHC München sein Rückspiel gewann, mag das Ausscheiden von Mannheim und Augsburg in erster Linie enttäuschend wirken. Nun ist München wie im Vorjahr der einzig verbleibende deutsche Vertreter im Viertelfinale. Dazu gesellen sich neben Mountfield HK und Biel, zwei weitere Teams der Schweizer National League und drei Teams der schwedischen Elitenserie.

Mit großen Folgen für das sogenannte League-Ranking. Das ist so ähnlich wie diese nebulöse UEFA Fünfjahres-Wertung für den europäischen Klubfußball. Nur in leicht verständlich und mit einem Horizont von vier Jahren. Dieses Ranking regelt wie viele Startplätze die CHL-Gründungsligen erhalten. Die ersten beiden Plätze erhalten fünf, die Plätze 3 und 4 je vier und die Plätze 5 und 6 je drei Startplätze. Die restlichen teilnehmenden Ligen haben einen Platz und keine Möglichkeit auf einen weiteren Startplatz.

Schweden und Schweiz grüßen von oben

Die ersten beiden Plätze haben Schweden und die Schweiz mit ihren Ligen inne. Durch das Weiterkommen aller deutschen Teams und dem Viertelfinaleinzug von München verbesserte sich Deutschland auf Platz 3 und zieht damit an Finnlands Liiga vorbei. Fünfter ist die Tschechische Extra Liga vor der Multinationalen EBEL aus Österreich. Die DEL hat 217 Punkte, die finnische Liiga 212 und die Extra Liga 210. Das scheint bis Saisonende eine knappe Kiste zu werden, gibt es doch für jede erreichte Playoff-Runde einen extra Punkt im Ranking.

Die Liga des amtierenden Weltmeisters hat jedoch keinen Vertreter mehr im Wettbewerb, die DEL und die Extra Liga je einen. Selbst bei einem Ausscheiden von München gegen Djurgardens aus Stockholm und einem Sieg von Mountfield HK gegen den EV Zug wird die DEL nicht mehr auf Platz 5 zurückfallen können. Welcher finnische Klub soll diese Saison noch Punkte für das Ranking sammeln, ist doch keiner mehr im Wettbewerb?

Deutschland in der Vorrunde besser als Finnland

Spannend ist vor allem die unterschiedliche Entwicklung der finnischen und der deutschen Liga. Haben in der Saison 18/19 nur der spätere Finalist EHC München die Gruppenphase überstanden, sind es in 19/20 drei gewesen. In der Saison 18/19 hatte die finnische Liiga noch 5 Vertreter, nur Oulu (Viertelfinale) und Tampere (Achtelfinale) überstanden die Gruppenphase. Dadurch verlor Finnland einen Startplatz an die Schweiz. In dieser Saison schaffte es von vier finnischen Vertretern lediglich Tampere ins Achtelfinale. Die Konsequenz wird sein, dass die Liga des amtierenden Weltmeisters zur kommenden Saison wohl einen weiteren Startplatz verlieren wird, sollten Hradec Kralove aka Mountfield und der EHC München das Halbfinale erreichen werden. Sonst könnte man zumindest einen weiteren Verlust noch abwenden.

Man darf sich also (juristisch fein hier angemerkt -sehr wahrscheinlich) auf einen weiteren deutschen Kandidaten für eine potentielle Cinderalla-Story einstellen. Also neben dem Meister wären es dann die ersten drei der Hauptrunde, die sich für die CHL qualifizieren. Sena Accolatse und Straubing wird’s freuen.

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