14 Teams – 14 überraschende Zahlen

Zahlen, die Ihr über Euer Team vielleicht so nicht auf dem Schirm hattet.

München und Mannheim stehen oben, Krefeld, Iserlohn und Schwenningen unten. Die ganz großen Überraschungen scheint die Deutsche Eishockey Liga auch diese Saison nicht im Programm zu haben. Doch jenseits der Tabelle gibt es sehr wohl Zahlen, mit denen nicht zwingend zu rechnen war. Und wir haben sie für euch zusammengetragen: Hier kommen 14 überraschende Zahlen zu den 14 DEL-Teams.

München: Gut und böse
Die Rüpel-Zeiten schienen in München nach dem Abgang von Steve Pinizzotto eigentlich vorbei zu sein. Doch weit gefehlt: 140 Strafminuten haben die Münchener allein durch große Strafen gesammelt. Kein anderes Team der Liga fällt so oft aus dem Rahmen wie der Tabellenführer: Zwar bekam der EHC erst zwei Mal fünf Minuten, dafür aber gleich siebenmal zehn und dreimal 20. Zum Vergleich: Düsseldorf hat gerade mal 20 Minuten durch große Strafen gesammelt.

Mannheim: Nicht viel übrig vom Neid
Wer hat im Sommer nicht alles neidisch nach Mannheim geschaut? Den besten Mann der Play-offs im Tor und dann holen die Adler auch noch einen vom Champions-League-Sieger? Ja, tun sie. Und dennoch: Mit 88,68 Prozent haben die Mannheimer Goalies aktuell die schlechteste Fangquote der Liga. Wirklich schaden kann ihnen das aber nicht, weil sie erst 813 gegnerische Schüsse zugelassen haben (die mit Abstand wenigsten, 528 weniger als Iserlohn), sind sie ganz oben dabei.

Straubing: Undiszipliniert zum Erfolg
Ein Überraschungsteam gibt es dann doch: Kurz vor Weihnachten waren die Straubing Tigers sogar nur wenige Minuten von der Tabellenführung entfernt, nun sind sie immerhin noch Dritte. So etwas schaffen Außenseiter in der Regel mit eiserner Disziplin. Aber nicht die Tigers. Sie foulen deutlich häufiger, als sie selbst gefoult werden. Ihren 126 Powerplays stehen 178 Unterzahlsituationen gegenüber. Macht eine Differenz von minus 52, schlechter ist niemand. Umso erstaunlicher ist es, dass ihre Tordifferenz bei den Special Teams bei plus zwei steht.

Berlin: Oft, aber ungenau
Auch der einzige Big-City-Club der Liga führt eine Rangliste an, und das ist keine unbedeutende: Stolze 1265 Mal haben die Eisbären bereits aufs Tor geschossen. Da kann kein Team mithalten, nicht mal München und Mannheim – obwohl die Berliner sogar zu denen gehören, die noch ein Nachholspiel in der Hinterhand haben. Ihr Problem allerdings: Nicht mal jeder zehnte Schuss ist drin, weswegen sie bei den geschossenen Toren (114) nur auf Rang fünf stehen.

Bremerhaven: Sonntagsspieler
Zugegeben, manchmal muss man für so eine Liste auf ungewöhnliche Statistiken ausweichen. Das gilt besonders für das Team aus Bremerhaven. Wir hatten ja schon im Podcast drüber gesprochen, dass das in vielen Kategorien ins gehobene Mittelfeld gehört, aber eben so gut wie nie ganz oben oder unten zu finden ist. Eine Sache haben wir dann aber doch gefunden: Die Pinguins (sic!) sind an verschiedenen Wochentagen ein völlig anderes Team: Freitags oder donnerstags kommen ihre Quoten in Über- wie Unterzahl addiert nur auf 100,4 Prozent, Sonntags sind sie mit 111,3 Prozent dagegen das beste Team der Liga. Macht einen Unterschied von elf Prozentpunkten. Absurder Zufall oder System? Keine Ahnung, aber bemerkenswert.

Ingolstadt: Würdige Trikotträger
Wann ist es am härtesten, das eigene Tor zu verteidigen? Logisch, bei 3:5-Unterzahl. In Ingolstadt bringt sie es allerdings nicht aus der Ruhe, wenn gleich mehrere Leute auf der Strafbank sitzen. Der ERC hat diese Saison noch kein Gegentor in doppelter Unterzahl kassiert, als einziges Team in der Liga. Insgesamt haben sie dabei erst sechs gegnerische Torschüsse zugelassen. Heißt: Die Verteidigung steht, das Militärtrikot hat einen würdigen Ort gefunden.

Düsseldorf: Selten hinten, selten Sieger
2193 Minuten stand die DEG in der aktuellen Saison bislang auf dem Eis, und dennoch rannte sie erst 422 Minuten (19,3 Prozent) einem Rückstand hinter. Niemand schaut während eines Spiels seltener schlecht gelaunt auf die Anzeigetafel als die DEG, nicht mal die Münchener, die schon knapp 100 Minuten länger zurücklagen. Dennoch verlieren die Düsseldorfer natürlich deutlich häufiger als die Münchener, weil sie regelmäßig stark starten (Torbilanz im ersten Drittel von plus 16), aber immer wieder im letzten Drittel einbrechen (Torbilanz von minus zwölf).

Köln: Powerplay ohne Power
Ein Neustart soll diese Saison sein, hieß es im Sommer immer wieder aus Köln. Neuer Trainer, neue Spieler, Langzeitverletzte kommen zurück. Vor allem offensiv sollte der KEC besser werden. Und jetzt? Platz acht, zuletzt sechs Niederlagen in Folge. Was auch am extrem schwachen Überzahlspiel liegt: Gerade mal zehn Prozent (15 von 150) führten zum Erfolg. Damit sind die Haie trotz all ihrer prominenten Namen das schwächste Powerplay-Team der Liga.

Wolfsburg: Wenn’s mal wieder länger dauert
Die Extrapunkte in Verlängerung oder Penaltyschießen sind ganz wichtig. Am Ende werden die noch mal entscheidend. Wir können es nicht mehr hören. In Wolfsburg leben sie aber nach dieser Devise. Zwar stehen die Grizzlys derzeit nur auf Rang neun, sind aber das mit Abstand beste Team, wenn ein Spiel mal wieder länger dauert. Siebenmal stand es nach 60 Minuten Unentschieden, sechsmal nahmen die Wolfsburger den Extrapunkt mit. Im Shootout haben sie noch gar nicht verloren.

Augsburg: Volle Strafbank, viele Tore
Ob Über- oder Unterzahl, ob Tor oder Gegentor – muss jemand auf die Strafbank und die Augsburger Panther stehen auf dem Eis, geht es rund. 71 Tore sind bereits gefallen, wenn die Panther einen oder zwei Mann mehr oder weniger haben. Macht fast zwei pro Spiel und ist der höchste Wert der Liga. Bei Spielen mit Kölner Beteiligung sind es genau 30 weniger. Augsburg hat das drittbeste Powerplay (21,8 Prozent) und das schlechteste Unterzahlspiel (76,2). Zudem schoss der AEV die meisten Unterzahltore (5) und kassierte auch zwei.

Nürnberg: Eintritt ab 23
Was wird in dieser Saison nicht alles über den Nachwuchs gesprochen? Stützle, Peterka, Reichel. Auch in Nürnberg gibt einen hoffnungsvollen U23-Mann: Max Kislinger. Allerdings ist der der einzige, der regelmäßig spielen darf . Die beiden nächsten in der teaminternen Liste – Moritz Wirth (mittlerweile in Mannheim) und Markus Lillich (hat einen Vertrag in Bayreuth, vielen Dank für die Hinweise @doerrkla ) – haben jeweils nur fünf Spiele gemacht. Entsprechend wenige Tore steuerten Nürnbergs Jungspieler bei: nur ganze zwei – weniger gibt es nirgendwo. Zum Vergleich: München durfte schon 16 Tore von U23-Spielern bejubeln, hat aber auch gleich fünf Spieler mit mindestens 15 Einsätzen zu bieten.

Krefeld: Pinguine mit Fernweh
Die entscheidende Zahl der Saison beim KEV lautet: null. So viele Versprechungen hat Mikhail P… ist ja gut, wir hören schon auf. Schauen wir auf eine weitere ernüchternde Zahl. Die lautet vier und bezieht sich auf die Heimsiege der Pinguine. Das wären nämlich wirklich erst vier. Bei 18 Spielen. Macht 15 Punkte, das zweitschlechteste Heimteam kommt aus Iserlohn und hat schon acht mehr gesammelt. Es ist ein Wunder, dass der KEV überhaupt noch Zuschauer anlockt. Aber vielleicht heißt die nächste wichtige Zahl in Krefeld auch drei – und bezieht sich auf ihre Spielklasse.

Iserlohn: Publikumsmagnet
Es gibt diese Saison aufregende Teams in der DEL zu sehen: Allen voran natürlich München, Mannheim und Straubing, aber auch Bremerhaven kann Spaß machen. Doch wer zieht die meisten Fans an? Iserlohn. Wirklich? Ja. 7044 Fans besuchten bislang die Auswärtsspiele der Roosters. Zur Wahrheit gehört natürlich, dass die Sauerländer schon zweimal in Köln (17.456 und 16.109), einmal in Mannheim (13.600) und einmal in Berlin (14.200) spielten, wo es jeweils richtig voll war, was aber nicht zwingend an ihnen lag.

Schwenningen: Minus-minus-Bilanz
Ja, schon klar, es gibt deutlich aussagekräftigere Statistiken als die Plus-minus-Bilanz. Manche halten sie sogar für komplett überflüssig. Aber in der DEL gibt es nun mal keine individuellen „Fancy Stats“, also müssen wir uns mit dem begnügen, was wir haben, und dazu gehört Plus-minus. Was uns wiederum nach Schwenningen führt. Dass ein Team aus dem Tabellenkeller da nicht so gut aussieht, liegt in der Natur der Sache. Aber dass nur ein einziger Schwenninger eine positive Plus-minus-Bilanz (Maximilian Hadraschek, +5) hat, ist dann doch bemerkenswert, zumal gleich 22 Spieler eine negative haben.

Zum Schluss ein Dank an Markus a.k.a @le_affan – ohne seine Statistikseite wären wir alle ärmer. Und ohne die hätte es diesen Text nicht gegeben. (Stand der Stats: 17.01.2020)

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